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Blu-ray Review: Der Nächste, bitte! + Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm (Doppelset)


Blu-ray Review: Der Nächste, bitte! + Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm (Doppelset)

Seit dem Erfolgshit „Willkommen bei den Schties“ ist Schauspieler Dany Boon ebenfalls in Deutschland zum gefeierten Star geworden. Sobald ein neuer Film in die Kinos kommt freuen sich die Fans. Sein komödiantisches Talent darf auch in den Filmen „Der Nächste bitte“ sowie „Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm“ erneut unter Beweis stellen. Das Blu-ray Doppelset dazu wird von Universum Film in der Reihe "2 Movies - Watch it" neu veröffentlicht.




In "Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm" geht es um das geschiedene Ehepaar Alain und Valérie, die bereits seit 20 Jahren geschieden sind und nur noch tiefen Hass füreinander empfinden. Da ihr gemeinsamer Flug nach Griechenland zu der Hochzeit ihrer Tochter wegen einem Vulkanausbruch abgebrochen werden muss, müssen sie einen anderen Weg von Deutschland nach Griechenland finden. Dabei machen sie sich gegenseitig das Leben schwer, denn schließlich soll der andere nie den Weg zur Hochzeit finden.
Dany Boon brilliert erneut in der Rolle als Alain, wobei auch Valerie Bonneton als dessen Ex-Frau eine sehr gute Figur macht. Gerade durch die extrem unterschiedliche Charakterzeichnung von beiden, er als eher spießiger Stubenhocker und sie als eingebildete Lebefrau, sorgt für eine ausgezeichnete Dynamik, mit der sich beide gegenseitig aufziehen können. Doch gerade die überzeichneten Gags sorgen für die richtigen Lacher, denn wenn beide im zur Kirche umgebauten Wohnmobil des ehemaligen Mörders Hezekiel landen, sorgt das doch auch oder gerade trotz der unrealistischen Darstellung für feuchte Augen und angespannte Bauchmuskeln. Einfach nur herrlich. Zwar sitzt längst nicht jeder Gag und sorgt dann bestenfalls zu einem heiteren Lächen, doch wirkliche Langeweile kommt dabei nicht auf.

Regisseur Pascal Chaumeil („Der Auftragslover“), der in den 90ern oft für Luc Besson als Second Unit Director arbeitete, hat sich der Neuverfilmung des französischen Fernsehfilms „Un homme par hasard“ (2003) angenommen. Gedreht wurde sowohl in Frankreich, als auch in Moskau und in einem kenianischen Dorf der Maasaï. In der Hauptrolle der Isabelle brilliert die deutsche Schauspielerin Diane Krüger, die bislang eher mit Blockbustern wie „Troja“, „Inglorious Basterds“ oder „Das Vermächtnis der Tempelritter“ Bekanntheit erlangte. An ihrer Seite spielt Frankreichs Erfolgskomiker Dany Boon den gutgläubigen Jean-Yves.
Die junge Isabelle ist bereits seit 10 Jahren mit ihrem Freund Pierre zusammen. Da aber auf ihrer Familie ein Fluch lastet, bei dem jede Frau erst ab dem zweiten Ehemann eine lange und glückliche Ehe erfährt, scheut sie sich vor einer Hochzeit. Deswegen plant sie zusammen mit ihrer Schwester Corinne einen Unbekannten zu heiraten und sich danach sofort wieder scheiden zu lassen. Doch obgleich der Plan einfach und idiotensicher klingt, ändert sich alles als der Reiseführer-Redakteur Jean-Yves ins Spiel kommt.
Das deutsch-französische Duo ergänzt sich wunderbar. Man merkt Dany Boon aber schon deutlich an, dass er seine Figur wesentlich routinierter und souveräner spielt, als die in dem Metier noch unerfahrene Diane Krüger. Diese erledigt aber dennoch einen guten Job, zeigt sich aber manchmal noch etwas hölzern. Nichtsdestotrotz ist es aber einfach herrlich wenn die beiden die afrikanische Steppe oder die Moskauer Innenstadt unsicher machen. Regisseur Chaumeil gelingt es dabei über weite Strecken die beiden sympathischen und liebenswerten Figuren durch die romantisch lustige Komödie zu lotsen, bei der kaum nennenswerte Manko auftauchen und weitestgehend auf Kitsch verzichtet wurde. Dennoch gibt es hier und da Elemente, die für Langeweile sorgen, wenn auch nur recht selten. In diesen Momenten lässt Kameramann Glynn Speeckaert zwar den Zuschauer mitunter die teils herrlichen Panoramen genießen, was bei einer Komödie aber nicht zu oft vorkommen sollte. Der Zuschauer erwartet Gags und konsequente Kurzweile. Da sollte man nicht zu viel Zeit zur Erholung bieten. Wie gesagt, das kommt zwar nicht so oft vor, aber doch häufig genug, dass „Der Nächste bitte“ nicht zu 100% überzeugt. Mit großem Erfolg war der Film auf alle Fälle nicht gesegnet, da alleine in Deutschland gerade mal etwas mehr als 205.000 Zuschauer sich die Komödie im Kino angeschaut haben. Etwas mehr hätten es zwar schon sein können, aber wenn wundert es: Die Kritiken waren, wenn auch immerhin nicht sonderlich negativ, bestenfalls wohlwollend und zudem war die Konkurrenz zur damaligen Zeit („Die Croods“, „Hitchcock“, „G.I. Joe – Die Abrechnung“, „Jack and the Giants“, etc…) übermächtig. Somit bleibt immerhin noch die Möglichkeit, auf dem Heimkinomarkt etwas Land hinzuzugewinnen. Fans der beiden Darsteller dürfen gerne einen Blick riskieren.



Bild:

Beide Filme liegen im Original Kinoformat 2,35:1 vor. Der Blu-ray Transfer ist wirklich gut gelungen. Gedreht wurde mit 35mm Kameras auf Zelluloid. Das Filmkorn ist durchgehend sichtbar, fällt aber nur selten durch etwas gröberes Graining auf. Die Schärfe ist bei beiden Titeln im Großen und Ganzen sehr gut mit guter Detailzeichnung. Nur in 1, 2 Ausnahmen ist eine sehr weiche Darstellung (z.B. in der vorletzten Szene in der Normandie bei Der Nächste bitte ) festzustellen. Die Farben sind herrlich frisch und knackig bei sehr guter Sättigung, was dem Film einen sehr natürlichen Look verleiht. Der Kontrast ist sehr gut eingestellt. Der Schwarzwert ist kräftig. Bei der Durchzeichnung gibt es aber in einzelnen Fällen ein wenig Probleme mit der Durchzeichnung. Kompressionsspuren sind kaum sichtbar und wenn, fallen diese nicht sonderlich negativ auf.

Ton:
Wie aus dem Hause Universum bislang gewohnt, wurden sowohl die deutsche als auch die französische Spur verlustfrei komprimiert in DTS HD-Master Audio auf die Blu-ray gepackt. Die Abmischung ist natürlich und klar ausgefallen. Unterschiede von der Synchronisation zum Original sind nicht vorhanden. Die Dynamik ist umfangreich gehalten. Da der Film sehr dialoglastig ausgefallen ist, sind Surroundeffekte nur sehr selten vorhanden. Die Musik verteilt sich aber konsequent über sämtliche Kanäle. Der Bass macht sich vor allem beim Einsatz des Soundtracks bemerkbar. Dieser wurde übrigens von niemand Geringerem als Klaus Bardelt („Der Fluch der Karibik“) komponiert. Die Dialoge sind jederzeit klar und deutlich zu verstehen. Störgeräusche sind nicht erkennbar gewesen, was bei einem aktuellen Film ohnehin verwunderlich gewesen wäre.


Blu-ray Features
Der Nächste, bitte! (2012):
• Making of
• Deleted Scenes
• Interviews mit Cast & Crew

Als Extras gibt es lediglich ein immerhin recht ausführliches Making of, das tiefere Einblicke in die Dreharbeiten zum Film gewährt und dem interessierten Zuschauer entsprechende Informationen bietet. Dazu gibt es noch einen Gag Reel, in dem verpatzte Szenen mit dem Schauspieler Duo zu sehen sind. Der Originalkinotrailer, eine Trailershow zwecks Eigenwerbung sowie ein Wendecover runden das Gesamtangebot ab.

Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm:
• Interviews mit Diane Krüger, Dany Boon und Regisseur Pascal Chaumeil (HD; 13:36 Minuten)
• Making of (HD; 39:28 Minuten)
• Entfernte Szenen (HD; 7:17 Minuten)
• Trailer Deutsch (HD, 2:21 Minuten)
• Trailer Französisch (HD, 2:18 Minuten)
• Trailershow (HD)
• BD-Live
• Wendecover

Das Bonusmaterial ist hier sehr umfangreich ausgefallen und liegt komplett in HD vor. Vor allem die Interviews, wie das Making of liefern für Interessierte zahlreiche Informationen.

Fazit:
Fans von Dany Boon können bei "Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm" bedenkenlos zugreifen. Wer schon bei "Der nächste bitte" oder "Super-Hypochonder" sich nicht mehr vor lachen halten konnte, wird bei dem neusten Film des Franzosen sehr gute Unterhaltung finden. Wer allerdings bislang nur "Willkommen bei den Schties" kennt, sollte nicht zu viel erwarten.
"Der Nächste bitte" ist eine wirklich untrhaltsame Komödie mit Frankreichs finest Export Darsteller Dany Boon und mit Deutschlands Hollywood Sternchen Diane Krüger. Für Fans der beiden auf alle Fälle ein Blick wert.



Bildmaterial, Trailer und Pressetext © Copyright Universum Film





21.11.2015 09:14 Uhr | Autor: Jason-X-666 | Kategorie: Neu auf Blu-ray | Tags: Frankreich, Reviews


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