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Review: Wie der Wind sich hebt

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Review: Wie der Wind sich hebt

Beitragvon Limbohuber So 25. Jan 2015 20:12

Film

"Wie der Wind sich hebt" ist der letzte Film von Altmeister Hayao Miyazaki.
Miyazaki ist Schöpfer von Perlen wie "Chihiro" oder "Prinzessin Mononoke".
Hauptsächlich erzählt Miyazaki seine Geschichten als Fabel im Reich der Fantasy.
So erhofften sich viele ein neues "Fantasy-Meisterwerk".

Was es zunächst nicht ist. Denn Fabel/Fantasyfiguren sucht man vergebens.
Ein zentraler Punkt ist aber offensichtlich: Die Thematik "Fliegen/Flugzeug" wird wieder behandelt.
Wie schon in Porco Rosso spielen Träume und der Verrat an/von Träumen eine gewichtige Rolle.

Jiro möchte Pilot werden. Schoin als kleiner Junge baut er sich Flugzeuge.
Mit ihnen schafft er sich seine eigene Traumwelt.
Seine Kurzsichtigkeit zwingen ihn allerdings den Beruf Pilot ad acta zu legen.
So studiert er in Tokio Ingenieuerswesen im Flugzeugbau.
In Tokio begegnet er während eines Erdbebens auch zum ersten Mal der Liebe seines Lebens: Naoko.

In seinen Tagräumen begegnet er immer wieder dem Italiener Caproni.
Damals die Koryphäe in Sachen Flugzeugbau.

Doch die Zeiten sind nicht von Träumen geprägt.
Japan ist in diversen Kriegen, die Wirtschaft nicht wirklich am Blühen.
So muss Jiro Kriegsflugzeuge konstruieren.
Die Schwierigkeiten sind facettenreich: Von fehlendem Material über Geld zu schlechten Peripherie (schwache Motoren).

Zum (Un)Glück sind die Japaner während des zweiten Weltkrieges die Verbündeten von Hitler.
So wird er mit seinem bestem Freund Honjo nach Dessau geschickt.
Zum Lernen.

Zurück in Japan scheitern zunächst einige Versuche.
Jiro zieht sich zurück, trifft Naoko wieder und gerät ins Visier des japanischen Geheimdienst.
Doch durch Naoko findet er wieder die fantasievolle, kreative Energie zurück.

Alles scheint sich zum Guten zu wenden.
Doch das Schicksal hat noch ein paar Herausforderungen für Jiro....

"Wie der Wind sich hebt" ist die Geschichte von Jiro Horikoschi, wie sie Miyazaki interpretiert.
Der Film gilt in vielerlei Hinsicht als umstritten.
Zunächst ist der Film ziemlich real - nichts mit Fabeln, Sagen etc.
Dann bemängelte ein Großteil der Fangemeinde, daß sich der Zeichenstil nicht wirklich weiterentwickelt hat. Er gilt/galt vielen als zu altmodisch.
Des Weiteren ist die Sozialkritik vielen nicht griffig genug.
Wurden doch damals Kriegshäftlinge zur Zwangsarbeit verdonnert.

Aus meiner Sicht ging es Miyazaki auch nicht wirklich um die Greultaten des Krieges.
Vielmehr ging es ihm um Träume - siehe oben.

Caprioni als Traumgeber und Traumfänger, der Jiro leitet und inspiriert.
Die Gesellschaft / harte Realität, die die Träume korrumpiert.
Schlußendlich muss sich Jiro mit den Gegebenheiten arrangieren, sich fast schon prostutieren muss, damit ein Teil seiner Träume wahr werden (können).

Am Schluß ist es wieder Caprioni, der Jiro "wieder auf die rechte Spur" bringt.

Die FSK-6-Freilassung ist definitiv nicht altersgerecht.
Dafür sind die Geschichtshintergründe zu komplex.

Bewertung: 9 von 10

Bild
Das Bild haut einen um.
Wessen technische Ausrüstung eine 3D-Hochrechnung erlaubt, dem empfehle ich diese kleine Spielerei.

Bewertung: 10 von 10

Ton
Eine Surround-Ton-Spur hätte was gehabt, quasi das Bild abgerundet.
Gerade die vielen Flugsequenzen hätten es verdient gehabt.

Die vorliegende Stereo-Spur ist hervorragend abgemischt.
Neben der sehr hohen Dynamik ist die Sprachverständlichkeit ohne Abstriche.
Mit dem richtigen technischen Equipment eröffnet die Stereo-Spur auch ausreichend Spaß mit Bass.

Bewertung: 8,5 von 10

Extras
Das komplette Storyboard ist wie gewohnt an Bord.
Teils sehr belustigend fand ich die Pressekonferenz.
Läuft ja doch etwas anders ab als man es von den westlichen Konferenzen her gewohnt ist.

Bewertung: 7 von 10

Fazit

Miyazaki haut zum Schluß noch mal einen raus.
Japan ist brutal, schön, kreativ, zerstörend, kraftvoll, traditionsbewusst, visionär....in gewisser Weise ist "Wie der Wind sich hebt" wohl auch eine Art Liebeserklärung an Japan.
Aber auch eine Abrechnung.

Hauptsächlich geht es aber, wie mehrfach genannt, um Träume.

Wer sich auch mal wieder auf eine wunderschöne Traumreise mitnehmen lassen will: "Wie der Wind sich hebt" ist der Film der Wahl!!

Bewertung: 9 von 10

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