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Review: Orange is the new Black - Staffel 1

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Review: Orange is the new Black - Staffel 1

Beitragvon Limbohuber Mo 6. Jul 2015 21:03

Serie

Die glücklich verlobte Piper Chapman muss für 15 Monate in den Frauenknast.
Für ein Vergehen, daß sie vor 10 Jahren begangen hat.
Tja, nun muss sie in den Knast.
Draussen wartet ihr Verlobter auf sie.

Da dies ihre erste Knast-Erfahrung ist, ist natürlich alles komplett fremd für Piper.
Und eh sie es sich versieht, hat sie auch schon die erste richtige Feindin "gewonnen": Küchenchefin "Red". Wunderbar gespielt von Kate Mulgrew, einigen vielleicht noch bekannt als Capt. Janeway aus Star Trek Voyager.

Die Idee der unbescholtenen, intelligenten jungen Frau im Weiberknast hat per se einiges an Reiz.
Doch leider widerfährt der guten Piper so ziemlich alles im Knast.
Und fast nur ihr.
Die Drehbuchautoren/Innen lassen Piper durch eine fast endlose Tortour de Farce laufen.
Eine sehr beachtliche Anzahl der Häftlinge ist reichlich spleenig, meist auch recht überzogen dargestellt.
Möglicherweise ist das der Grund warum OINTB in den Komödien-Kategorien sämtmöglicher Fernsehpreise nominiert wurde??
Für mich schwer vorstellbar, denn wirklich Lachen konnte ich bei OINTB nicht.

Immerhin bekommt die Staffel in der Mitte noch einen Dreh ins unterhaltsamere.
Die Rückblenden ausgesuchter Charaktere geben diesen doch etwas Tiefe.

Auf der anderen Seite bleiben die eher durchschnittlichen Drehbücher.
Zum grössten Teil sind die Handlungen vorhersehbar.
Und das schreib ich als Nicht-Serien-Junkie.
Selbst die vorher dramatisch aufgebau(sch)te Isolationshaft, verpufft in der Einzelfolge eher zum Langweiler.

Nun war ich selbst nicht im (Frauen)-Knast, wundere mich dennoch über die ungezügelte, teils hemmungslose Lesben-/Freakansammlung.
Inklusive ehemals bisexueller Hauptprotagonistin, deren Ex-Busenfreundin selbstverständlich im selben Etablissement aka Knast einsitzt.
Daneben gesellen sich eine "Transe", eine Mutter, deren Tochter auch dort einsitzt (die sich beide natürlich nicht leiden können und denselben Typen gevögelt haben), ne völlig Durchgedrehte, eine Pseudo-Christliche, eine Pseudo-Vodoo-Dame etc etc etc.

So bleibt es an einigen wenigen Nebenrollen die Serie über GZSZ-Niveau zu halten.
Obwohl...Wolfgang Bahro macht ja auch keinen sooo schlechten Job.
Bei OINTB Staffel 1 konnte mich bislang nur Red (Mulgrew) und Miss Claudette (Michelle Hurst) überzeugen.
Alle(s) andere(n) sind vorwiegend überdramatisiert oder überfrachtet, insbesondere Piper, ohne wirklich Mitgefühl/Empathie beim Zuschauer zu erzeugen.
Das gilt auch für einige der Knastwärter, insbesondere dem "harten Hund" George Mendez (Pablo Schreiber). Okay, der ist für ein paar Lacher gut.

Alles in allem kann sich die Serie nicht wirklich entscheiden, ob sie lustig oder dramatisch sein will.
Für eine Drama-Serie ist die Serie (bislang) zu blass.
Dem Attribut Komödie fehlen die wirklich komischen, lustigen oder witzigen Momente.
Oder Charaktere.
Oder beides.

Gemessen wird OITNB an Serien wie "Prison Break" oder gar "Breaking Bad".
Teilweise sogar mit "Hinter Gittern".
Während ich "Hinter Gittern" nicht kenne, so ist "Orange is the new black" bislang noch meilenweit vom Niveau von "Prison Break" oder "Breaking Bad" entfernt.

Ich lass mich mal von Staffel 2 überraschen.

Bewertung 5 von 10

Bild


Mit digitalen Arri Alexa Kameras aufgenommen, gibt sich das Bild keine wirklich große Schwäche.
Durchzeichnung und Plastizität schwankt mal hier und da.
Leichte Randunschärfen tauchen auch gelegentlich auf.

Die Farbabstimmung ist gut bis sehr gut.

Bewertung 9 von 10

Ton


Der Ton macht auch Spaß. Wenn auch manchmal etwas zu klinisch abgemischt.
Soll heissen: Wenn es in der Küche klappert, dann scheppert es nicht, sondern die Töne sind fast schon seziermäßig auf die Kanäle verteilt.
Ähnliches gilt für die Sequenzen in der Dusche oder "im Ghetto".

Dennoch ist die Abmischung sehr räumlich mit einer guten Dynamik.

Bewertung 8,5 von 10

Extras


Das Featurette mit der echten Piper ist ganz nett, ebenso das Featurette mit Red.

Bewertung 2von 10

Fazit


Ich hab nach all den Lobeshymnen vielleicht zuviel erwartet. "Orange is the new black" hat einen für mich sozialkritischen Titel.
Die Serie wird diesem aber auch nicht gerecht.
Ein Potpurri an recht skurillen Inhaftierten, die reichlich Grundlage für eine echt gute Comedy-Serie geben würden.
Die Produzenten schieben das Ganze aber mehr Richtung Drama. Zumindestens ist Staffel 1 der Versuch davon.

Wirklich fesselnd, packend oder unterhaltsam ist das nicht...für mich.
Noch nicht.
Staffel 2 liegt schon bereit. Da hoffe ich, daß man sich hier für einen Weg entschieden hat, dem auch gute Drehbücher angedeihen.

Zum Schluß noch ein Wort zur deutschen Synchro: Auch die hat deutlich Luft nach oben.
Nicht, daß das US Original mich durch die Sprachvielfalt restlos überzeugen würde.
Doch wirkt die deutsche Synchro zeitweise lust- und emotionslos.
Bedauerlich (obendrein).

Bewertung 5 von 10

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