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Review: A Most Violent Year

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Review: A Most Violent Year

Beitragvon Limbohuber So 16. Aug 2015 20:07

Film

New York 1981: Das gewaltätigste Jahr in der Geschichte des "großen Apfels".
The Big Apple... auch als "melting pot" bekannt. Hier kamen damals alle Immigranten als erstes an.
Aus der "alten Welt" hauptsächlich.

Im 81er New York lebt auch der Immigrant Abel Morales mit seiner Frau Anna (russischer Herkunft) und deren beiden Kindern.

Abel hat von Annas Vater ein Heizölunternehmen gekauft und will dieses nun weiter ausbauen.
Dazu will er von jüdischen Amerikanern ein Industriegelände im Hafen kaufen.
Für die Anzahlung gehen alle Reserven des Unternehmens drauf.
Den Rest von ca 1,5 Mio US-Dollar muss innerhalb von 30 Tagen bezahlt werden.

Abel wäre nicht Abel, wenn er nicht auch seine ihm wohlgesonnenen Bänker hinter sich wüsste.

Da ist dann auch noch Geld für eine schicke neue Villa übrig.

So weit, so gut.

Doch der "American Dream" wird nicht über Nacht wahr und hat auch seine Tücken und Neider.
Die Luft wird eben dünner, je weiter man nach oben kommt.

Problem 1 ist, das seine LKW gekapert werden.
Das bringt zwei Folgeprobleme mit sich.
Zunächst verliert Abel dadurch Geld.
Weiterführend Kunden, die nicht beliefert werden (jeder Kunde, der zurückgewonnen werden muss kostet extra !).
Und dann ist da noch die Fahrergewerkschaft, die die Fahrer bewaffnen will.
Was Abel stets ablehnt.

Abel führt sein Geschäft korrekt.
Mit Gewalt, Korruption etc will er nichts zu tun haben.

Dummerweise hat ihn die Staatsanwaltschaft dennoch auf dem Kieker.
Als es zu einer Hausdurchsuchung kommt, eskalieren die Ereignisse.
Abel ist gezwungen seine Grundsätze zu überdenken und radikale Maßnahmen zu ergreifen.

Der dritte Film von J.C. Chandor (Margin Call und All Is Lost) vereint irgendwie beide Vorgängerfilme in einem. Die Hauptfigur Abel Morales verkörpert quasi diese Symbiose.

Zum einen ist dort der "American Dream" von Macht und Reichtum (Margin Call).
Zum anderen der einsame Kampf gegen alle Unwägbarkeiten und Feinde (All Is Lost).

"A Most Violent Year" zeigt nicht nur die zunehmende offene Gewalt in New York.
Auch das der amerikanische Traum nicht für jeden offen zu sein scheint.
Beides auch sozusagen in einer Person dargestellt: Abels Fahrer Julian, der gleich zweimal überfallen wird.

Durch den Titel darf man sich aber nicht auf einen Actioner mit wilden Vefolgungsjagden einstellen.
Das (Geschäfts)Leben ist meist ein ruhiger Fluß und keine wilde Hatz an sich.
Der Streß für Abel rührt durch die 30-Tage-Frist seiner jüdischen Partner und der Abkehr seiner Geldgeber.

Nichtsdestotrotz weiß Chandor genau, wann er Spannungselemente einbauen muss, damit die Handlung nach vorne gebracht wird.
Clevere Arbeit des Autors und Regisseurs Chandor.

Das Ensemble spielt zudem ganz groß auf. Nicht nur Isaacs oder Chastain, sondern auch Oyelowo und Brooks glänzen. Ebenso sind die Nebenrollen 1-A besetzt.

Bewertung 9 von 10

Bild


Das Jahr 1981 mit digitalen ARRI-Kameras eingefangen.
Da helfen nur Filter, um den "Retro-Look" hinzugekommen.
Chandor entscheidet sich für ein gelbstichiges Bild.
Diese Filter führt in vielen Bilden dazu, daß die Schärfe und Plastizität reichlich abhanden kommt.
In anderen Einstellungen mit weniger Gelbstich, ist die gesamte Farbpalette entsättigt.
Hier ist die Bildschärfe aber deutlich besser.

Bewertung 8,5 von 10

Ton


Der Ton ist irgendwie wie die Hauptfigur: Wenn es drauf ankommt, wird er auch mal drastisch.
Die Abmischung ist recht dynamisch. Die wenigen "Krachsequenzen" kommen direkt und wuchtig ins Wohnzimmer, bilden dabei ein schöne Bühne.

Sprachverständlichkeit ist top.
Der Soundtrack meist dezent unterstützend im Hintergrund.

Bewertung 9 von 10

Extras


Viele Interviewschnipsel mit Isaacs und Chastain. Für mich ohne großen Mehrwert für den Film.
Dazu noch ein recht informativer Audiokommentar.

Leider: Fast alles ohne deutsche Untertitel.

Bewertung 4 von 10

Fazit


"A Most Violent Year" ist kein "Hau-Drauf"-Film.
Die Geschichte wird ruhig erzählt.
Chandor lässt viele Bilder und Einstellungen für den Film arbeiten.
Das muss man auf sich wirken lassen.

Ähnlich wie "A Most Wanted Man" wird die Geschichte doch recht real erzählt.
In der normalen Geschäftswelt jenseits des organisierten Verbrechens wird eben nicht gleich wild drauflos geschossen. Auch wenn es eine wunderschöne Hommage-Sequenz zu "Der Pate" gibt.

Sollte man sich ansehen!

Bewertung 8,5 von 10

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